Seeigel – „Ricci di Mare“, einer der vielen Genüsse Siziliens

Seeigel, Ricci di Mare in Sizilien

Seeigel auf Brot in Ortygia, Syrakus

Sizilien ist voller kulinarischer Genüsse. Man stolpert förmlich drüber. Wir sind in Syrakus, Sizilien, und schlendern über den Markt der historischen Altstadt und Halbinsel Ortygia, als wir an einer Ecke auf ein kleine Versammlung treffen. Ein paar Männer sitzen um ein improvisierten Tisch auf vor einem Haufen stacheliger Seeigel.

Schnorcheln sammeln die Seeigel an den flachen Gewässern der Küsten Siziliens

Seeigelfischer in Sizilien lösen den "Corail"

Ein Mann öffnet die stacheligen Kugeln mit einer Schere und reicht sie an einen anderen weiter, der mit einem Löffel das sogenannte „Corail“, den essbaren Teil der Meeresfrucht entnimmt. Das Corail besteht aus fünf sternförmig angeordneten leuchtend orangefarbenen Zungen. Es sind die Geschlechtsdrüsen und Eier des Seeigels, der ausser aus seinem harten, stacheligen Gehäuse nur noch aus seinem Kauwerkzeug und Verdauungsorganen besteht. In Italien sagt man „ricci di mare, Igel des Meeres.

Für zwei Euro bekomme ich ein paar schöne Exemplare, bereits „geköpft“. Nur, wie essen? In der Kaffeebar empfiehlt man uns, den Corail mit Brot zu essen. Und tatsächlich braucht es nicht mehr. Kleine Stückchen Brot, etwas Corail, es schmeckt köstlich! Das Corail, von leicht körniger Textur hat etwas von Kaviar. Nur dass sie Konsistenz eher cremig ist. Es schmeckt wenig fischig und hat sogar einen Anflug von Fruchti und Süße, und ein dezentes Meeresaroma.

Seeigelsnack in Syrakus, Sizilien

Schnorchler sammeln das Stachelgetier vom Meeresgrund um es gleich anschließend zu verarbeiten und das begehrte Innere in kleinen Plastikbechern zu 10 Euro das Stück an Restaurants zu verkaufen.

In Japan nennt man das Corail des Seeigels „Uni“

Nicht nur in Italien ist Seeigel eine begehrte Delikatesse. In Japan liebt man Seeigel-Sushi, Uni genannt. Oder man serviert das Corail mit einer Schüssel Reis.Uni, Seeigel SushiMan muß kein Koch sein um Seeigel zu geniessen. Es reicht völlig ein Genießer zu sein.

Eine Pasta mit Seeigel ist leicht gemacht. Tomatencoulis in Olivenöl zergehen lassen, mit Zucker, Salz, Weißwein oder Zitrone eine schöne Geschmacksbalance herstellen. Die Pasta kochen und in die Pfanne mit der fertigen Tomatensauce geben.  Ganz am Schluss das Seeigel-Corail unterrühren (es wird cremiger, wenn man es zuvormit etwas Butter in einem Mixer püriert), etwas Petersilie hinzugeben. Et voila! Mit einem Glas Weißwein geniessen.