Rezept: Sizilianische Caponata, das „Original“!

Sizilianische Caponata mit Pinienkernen und geröstetem Brot

Siziliens Caponata: Aubergine und Agrodolce

Caponata hatte ich bisher nicht so auf dem Schirm. Jedenfalls nicht in seiner ganzen Pracht und Köstlichkeit. Wenn überhaupt, so hatte ich das gehaltvolle Gemüsegericht eher als Bei-, oder Grundlage für beispielsweise gegrillte Garnelen wahrgenommen. Die Caponata war für mich nicht mehr, als eins von vielen Gemüsegerichten in einer kleinen nicht weiter beachtenswerten Nische des weiten italienischen Schlaraffenlandes.

Völlig falsch!

caponata-mit-aubergine-paprika-und-pinienkernen

Die Caponata soll ja ihren Ursprung in Sizilien haben. Was kein Wunder ist, denn auf den fetten Böden der vulkanischen Insel wächst alles reichlich und in Fülle. Deshalb ist der Sizilianer auch flexibel, was die Rezeptur seiner Caponata angeht. Sie wird mit den Gemüsesorten gemacht, welche gerade auf dem Markt erhältlich sind, oder im Garten hinter dem Haus wachsen.

Wenn es um die Frage geht, was denn nun zu einer „richtigen“ Caponata gehört, bemerkt man saisonale und regionale Unterschiede, wie auch  familiäre Eigenheiten. Jeder scheint sich seine Caponata so zu bereiten, wie es ihm gefällt, vermutlich immer in der Annahme, dass es die „richtige“ und wahre Rezeptur ist.

Deshalb kann man seiner Fantasie ruhig freien Lauf lassen, wenn es um die verwendeten Gemüsesorten geht. Lediglich die Aubergine scheint mir unverzichtbar, ihre fleischige Textur gibt diesem Gericht seine einzigartige Mundfülle. Aber ich mag mich täuschen mit der Aubergine.

Essig und Zucker – das Süßsaure macht die Caponata

Vielleicht sollten wir uns lieber darauf einigen, dass eine richtige Caponata nicht ohne Essig, Zucker und Sultaninen oder Rosinen auskommt. Das Süßsaure, italienisch: agrodolce, bildet das Herz und den Geschmackskörper für dieses wunderbare Gemüsegericht.

Die Caponata ist eine vollwertige Mahlzeit, macht sich aber auch als Beilage zu beinahe jeglichem Fleisch, Fisch, Huhn gut.

Hier das Rezept zu einer klassischen Caponata:

Zutaten für eine Sizilianische Caponata

Zutaten

  • Auberginen, je nach Größe, eine große oder zwei kleine
  • 1 Zuccini,
  • 1 Paprika, ich habe eine gelbe verwendet
  • 2 frische fleischige Tomaten
  • 1 Glas (ca. 0,2 l) Dosentomaten oder Passata
  • 100 Gr schwarze Oliven mit Stein
  • Pinienkerne (ca. 30 Gramm)
  • c.a. 400 Gramm Brot, grob gewürfelt (gern altbacken)
  • reichlich Olivenöl zum Braten
  • ungefähr 1 Zwiebel, je nach Größe
  • 1 Stangensellerie
  • einen gehäuften Teelöffel Zucker, am besten Rohrrohrzucker,
  • 5 Essl Rotweinessig
  • Basilikum
  • 50 g Sultaninen
  • einige Esslöffel natives Olivenöl bester Qualität zum würzen
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung:

  • Die Auberginen in große Würfel schneiden, heftig salzen und – wichtig!- eine, besser zwei Stunden in einem Sieb Wasser ziehen lassen und dabei mit einem schweren Teller bedecken, dann ziehen die Auberginen mehr Wasser.
  • Zucchini und Paprika in Würfel schneiden
  • Sellerie und Zwiebel würfeln
  • Oliven entsteinen und halbieren
  • Pinienkerne in der Pfanne unter rühren goldbraun anrösten
  • Die Aubergine aus dem Sieb nehmen und mit einem Küchenkrepp noch weiter Wasser herausdrücken
  • Hitzebeständiges Öl ungefähr fingerdick in einer tiefen Pfanne oder einem Topf so weit erhitzen, dass es ungefähr 180 Grad hat. Ein Thermometer ist nicht nötig, die richtige Temperatur ist erreicht, wenn ein zur Probe hineingegebener Gemüsewürfel munter zu brutzeln beginnt. Wen die verwendete Menge an Öl schreckt, der möge gern weniger verwenden.
  • Nun die Auberginenwürfel braten, bzw. fast frittieren, mit einem Schaumlöffel herausnehmen und auf einem Küchentuch entfetten
  • Das Gleiche mit den Zucciniwürfeln und
  • anschließend den Vorgang nochmals mit den Paprikawürfeln wiederholen.

Die Agrodolce-Mischung:

  • In einer zweiten Pfanne die Zwiebel- und den Selleriewürfel anbraten,
    Caponata-Rezept, Geröstete Zwiebeln und Sellerie mit der Zucker-Essig-ischung verrühren
    Geröstete Zwiebeln und Sellerie mit Passat und der Zucker-Essig-Mischung verrühren.

    ohne dass die Zwiebeln Farbe annehmen

  • Nun die Tomatenpassata zur Zwiebel-Sellerie-Mischung geben,
  • Zum Schluß Zucker und Essig zu Zwiebel-Sellerie-Mischung geben (am besten, man löst den Zucker im Essig auf, bevor man das Essig-Zucker Gemisch in die Pfanne gibt), alles kurz aufkochen, Sultaninen und Olivenstücke hinzugeben, alles in eine Schüssel füllen.
  • Die gebratenen Gemüsewürfel in die Schüssel mit der Zwiebel-Essig-Sellerie-Mischung geben und die gezupften Basilikumblätter zugeben. Abschmecken: ist das Süße und das Saure in einer guten Balance, eventuell noch einen Schuß Essig oder Zucker hinzugeben.
  • Nun soll die Caponata für einige Zeit bei Zimmertemperatur ruhen, so verbinden sich die Aromen. Eine Stunde mindestens.
  • Zum Schluß die Brotwürfel anrösten und mit den gewürfelten frischen Tomaten zum gebratenen Gemüse geben, wieder kurz ziehen lassen.
  • Die Pinienkerne dazugeben. Etwas frisch gemahlenen Pfeffer über das Gericht geben. Umrühren.

Caponata, ein typische sizilianisches Gemüsegericht

Fertig.

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