Essbare Blüten und Kräuter in Wald und Wiesen 

Essbarer Blüten und Wildkräuter, Gänseblümchen, Giersch, Löwenzahn und wilde Rauke

 Wildkräuterkunde mit der „Hildegard von Bingen“ der Müritz

Essbare Blüten und Blumen, heilende Kräuter und wilde Salatpflanzen wachsen unerkannt am Wegesrand und im eigenen Garten und sind meistens auch noch „bio“. Also, nichts wie raus ins Grüne und nach essbarem Grün Ausschau halten. Es ist August!

Essbare Blüten und Kräuter ernten im August

Wildkräuter und Pflanzen erkennen und als Heil- und Nahrungsmittel verwendenEs gibt ja eigentlich kaum eine noch so hartnäckiges Stadtei, das an einem sonnigen Hochsommertag auf dem Land nicht zum Blumenkind und Hobby-Kartoffelbauern mutiert. „Diese Fülle, diese Farben“, möchte man jauchzend rufen, während man mit nassen Füßen durchs tautropfennasse Gras hüpft, ach was – tanzt!

Nichts erscheint auf einmal so bedeutsam, dringlich und, ja, sinngebend, wie zu krauten und zu jäten, zu ernten und das Geerntete in ein schmackhafte Mahlzeit zu verwandeln. Oder es einzuwecken. Für die nächste Hungersnot und überhaupt.

Dieser Trieb, vermutlich eine anthropologische Konstante, um mal schlauzuschnacken, also etwas, wogegen man im Grunde machtlos ist, ereilte mich letztens angesichts der hektargroßen Wiesen, die sich hinter dem Gutshaus Lexow im schönen Mecklenburg-Vorpommern erstrecken. Hier war ich schon einmal zur Apfelernte. Einen Gemüsegarten kultiviert man hier nicht. Keine Kartoffeln, keine Möhren, keine Radieschen. Aber jede Menge wildwucherndes blütenreiches Wachstum erstreckt sich hinter den Obstwiesen.

Wilde bunte Blütenpracht überall, da muß doch etwas Genießbares dazwischen sein. Bloß was?

Hilfe naht: Die Kräuterfrau von der Müritz, Anke Bayler

"<yoastmark

Bettina Buschow und Patrick Oldendorf, die Besitzer des Gutshauses wissen Rat. Man ruft Anke Bayler, die kundigste Kräuterfrau der Gegend. Quasi die Hildegard von Bingen der Müritzumgebung. Anke Bayler bietet im kleinen Laden ihrer Manufaktur Löwenzahn allerhand von den Naturgaben an, die mir an diesem Morgen so dringlich und daseinsbereichernd erscheinen, über deren Herstellung und Wirkung ich aber kaum etwas weiß. Blütensalze mit Schabziger Klee, Klatschmohn und Ringelblume. Oder Blütentee „Elfenwiese“ mit Sonnenblumenblüten, Holunder und Rosenblättern. Gut und wirksam gegen allerlei Zipperlein und wohlschmeckend darüber hinaus (hier geht es zu ihrem Shop: https://www.manufaktur-loewenzahn.de/shop/).

Anke ist also genau die Richtige. Ein selbstgebackenes Brot und Wildkräuterbutter im Gepäck reist sie am nächsten Tag an um uns zu zeigen, was da an Verwertbarem im Garten des Gutshauses wächst.

Anke hütet in Vergessenheit geratenes Wissen, wie zum Beispiel, dass der Schlehdorn gegen Blasenleiden und Verstopfung hilft, die Blätter der Wegwarte als Kaffeeersatz dienen können, und die Schlüsselblume gegen Schlaflosigkeit hilft oder, dass der gemeine Girsch wie Spinat verwendet werden kann.

Gänseblümchen, Cosmea, Ringelblume und Giersch, essbarer Wildwuchs aus dem Garten

Vorsicht beim Sammeln wilder Pflanzen und Blüten!

Beim Sammeln von Wildkräutern ist es ähnlich wie bei Pilzen. Viele genießbare Kräuter und essbare Blüten haben zum Verwechseln ähnliche, aber giftige Verwandte. Wer keine kräuterkundige Person in der Nähe hat, sollte auf Nummer sicher gehen und nur Pflanzen pflücken, die er wirklich kennt. Die Identifizierung gelingt am besten anhand der Blüten. Wohlschmeckend sind die jungen zarten Blätter. Älteres Grün schmeckt meist zu streng.

Hier ist die „Beute“ unseres Gartenspazierganges.

Schautafel essbarer Blumen und Wildkräuter, Gänseblümchen, Giersch, Löwenzahn und wilde Rauke

Cosmea

Über eine gesundheitsfördernde Wirkung der Blütenblätter der Cosmea, die auch den schönen Namen „Schmuckkörbchen“ trägt ist mir nichts bekannt. Sofern man sich die schönen Blumen nicht lieber in einer Vase auf den Tisch stellt, verschönern die bunten Blütenblätter jedes Dessert sowie Salate, denn ihr Geschmack ist leicht süßlich.

Giersch

Schrebergärtner verbringen gern viel Zeit damit dem wuchernden „Unkraut“ Giersch Herr zu werden. Dabei hilft gegen die wuchernde Ausbreitung der tiefwurzelnden Pflanze einfach – sie aufzuessen. Denn der Giersch ist ähnlich wohlschmeckend wie Spinat, er steckt voller Vitamin C, Kalzium, Magnesium und Carotin. Sein Beiname „Zipperleinskraut“ weist darauf hin, dass er allerlei Gebrechen zu lindern vermag. Angeblich helfen Tees oder Auszüge vom Giersch auch bei ernsthaften Erkrankungen wie Rheuma, Gicht oder Arthrose . Seine saftigen Blätter kann man wie Spinat dünsten oder zu Pesto verarbeiten.

Spitzwegerich

Die Blätter des Spitzwegerich haben antibakterielle Wirkung und Tees und Extrakte der Pflanze sind als Heilmittel gegen Husten und Bronchialerkrankungen bekannt. Die Knospen des Spitzwegerich schmecken leicht nussig und sind deshalb eine leckere Salatbeigabe. Die Blätter können roh und gekocht gegessen werden, schmecken allerdings recht herb, deshalb empfiehlt sich eine zurückhaltende Dosierung.

Knopfkraut

Das Knopfkraut (auch Franzosenkraut) wird hierzulande als Unkraut betrachtet, schmeckt aber ähnlich „grün“ wie Kopfsalat. In Kolumbien ist das Knopfkraut, das man dort Guasca nennt, eine wichtige Zutat des Nationalgerichtes Ajiaco de Bogotà, ein Eintopf aus verschiedenen Kartoffelsorten und Huhn. Das Knopfkraut ist extrem reich an Nähr- und Vitalstoffen wie Kalium, Magnesium, Calcium, Vitamin A und C und einigen anderen mehr. Ab in den Salat damit, oder in die Suppe.

Breitwegerich

Der Breitwegerich ist bis zur Wurzel hin essbar, wenn auch vielleicht nicht gerade eine Delikatesse. Die Blätter schmecken recht bitter, können aber, zurückhaltend dosiert und fein geschnitten, Salaten oder Kräuterquark einen geschmacklichen Kick geben. Das kulinarische Experiment lohnt sich, denn gesund ist der Breitwegerich allemal. Er wirkt unter anderem blutreinigend, harnteibend und entzündungshemmend. Die Blätter helfen auch gut gegen Insektenstiche. Einfach einige Blätter zu Brei zerstossen und auf die betroffenen Hautstellen geben.

Wilde Rauke

Die leuchtend gelben Blüten der wilden Rauke, besser bekannt als Rucola, schmücken herzhafte Gerichte und Salate, schmecken lecker und wirken wegen der in der Pflanze enthaltenen Senföle appetitanregend und harntreibend. In der Antike wurde der Rauke auch eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt. Also ab in den Salat damit.

Gänseblümchen

Auch Gänseblümchen kann man von Wurzel bis Blüte essen, wenn man das nicht als hartherzig empfindet. Die Blütenköpfe schmecken leicht nussig-zitronig und können in Essig eingelegt, als Kapernersatz dienen. Tee und Aufgüsse von Gänseblümchen sollen Koliken sowie Nieren- und Blasenkrankheiten lindern.

Löwenzahn

Das man die jungen Blätter des Löwenzahn als Salat oder zum Beispiel gedünstet wie Mangold zubereiten kann, hat sich herumgesprochen. Man kann Löwenzahn mittlerweile sogar auf dem Markt kaufen. Die Heilwirkung des Löwenzahn ist legendär. Wieder sind es die Bitterstoffe, die Leber- und Nierenstärkend und harntreibend wirken. Löwenzahn verbessert als natürliches Antidiabetikum den Fettstoffwechsel und soll die Vitalkräfte ebenso wirksam stärken wie Ginseng. Wie bei allen Wildkräutern sollte man nur die zarten jungen Blätter verwenden. Als Dünstgemüse findet der Löwenzahn eine kongeniale Ergänzung in gebratenem Speck.

Neu war mir allerdings, das auch die gelben Blütenblätter des Löwenzahn essbar sind, und so schmackhaft, dass man in Frankreich aus Löwenzahnblütenblättern und Zitrusfrüchten eine süße Konfitüre kocht, die Cramaillotte.

Ringelblume

Zu den schönsten essbaren Blüten gehört die orangegelbe Ringelblume. Vor allem ihrer hautheilenden- und schützenden Wirkung wegen ist die Ringelblume, auch Calendula genannt, bekannt. Wer hat nicht schon einmal Ringelblumensalbe gegen Sonnenbrand oder Hautabschürfungen verwendet? Die getrockneten Blütenblätter dienten schon den alten Römern als Safranersatz, und im Salat oder in der Kräuterbutter machen sich die farbigen Blätter besonders gut.

Vogelmiere

Die meisten Wildkräuter schmecken mehr oder weniger herb oder bitter. Die Vogelmiere ist anders. Ihre zarten Blätter schmecken mild, die Blütenstände fast ein wenig süß und nach Mais. Schon eine Handvoll Vogelmiere deckt den täglichen Vitamin C-Bedarf eines Erwachsenen.

Die roten Pflaumen auf dem Bild sind übrigens eine japanische Pflaumensorte, die sich von einer Kulturpflanze zu einer wildwachsenden Art verbreitet haben. Süß und lecker. Der große Strunk rechts im Bild konnte von mir leider nicht identifiziert werden.

Zu den Rezepten mit wilden Blumen und Kräutern geht es hier:

Anke Bayler findet ihr hier:
https://www.manufaktur-loewenzahn.de
Anke Bayer, Manufaktur Löwenzahn
Dorfstraße 32
17214 Nossentiner Hütte
Tel.: 03992776179

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken

MerkenMerken