Die „verrückte“ Busreise durch Sri Lanka

Eine verrückte Busreise in den Süden  Sri Lankas

Als wir nach einem heißen, mehrstündigen Ritt mit einem der öffentlichen Busse von Colombo kommend endlich Merissa erreicht hatten, wurde uns nach einer längeren Suche am Strand und der Umgebung klar, dass dieser schöne Badeort womöglich keinen Schlafplatz für uns übrig hat. Ausgebucht! Alle Zimmer vergeben. Kein Hotelzimmer, kein Hostelbettchen, nirgends.

Strand bei Merissa - Sri Lanka

Aber was tun, wenn der Stress der Erschöpfung Platz gemacht hat und die Sonne sich dem Horizont zuneigt?

Go with the flow!

Erschöpfung übrigens, die wir uns redlich verdient hatten. Keine 30 Stunden zuvor hatte uns eine Boeing 747 von Frankfurt kommend in Colombo in aller Herrgottsfrüh ausgespuckt und nach einem müden Tag und einer knappen, halb durchwachten Nacht fanden wir es eine gute Idee, uns, statt der ursprünglich avisierten Zugverbindung, deren Schienennetz Tage zuvor von starken Regenfälle unpassierbar geworden war, mit einem der lokalen Busse auf den Weg nach Merissa zu machen. Wale gucken.

öPF. Öffentlicher Personen Fernverkehr!

Eine Reise in Sri Lanka - die ist lustig. Straßenszene.

Das heißt: Offene Fenster, keine Air Condition, kein Klo. Gefühlt: keine Stoßdämpfer, kaum Bremsbeläge. Überholspur? Die Gegenfahrbahn. Rappelvoll versteht sich von selbst – der Bus und die Gegenfahrbahn.

 Höhepunkt unserer Fahrt:

Inside einer rollende Discokugel

mit 80 Dezibel

Bollywood-Sound.

Highlight während unserer Reise: dieser Prachtvolle neue Reisebus und sein stolzer Besitzer. Eine rollende Discokugel mit betörendem Bollywood-Sound:

Zurück an den Strand von Merissa und unserer aufkommenden Verzweiflung. Wir trafen Ishan, Mitarbeiter einer der örtlichen Whale-Watching-Agenturen. Die Waltouren waren für Tage im Voraus vergeben und auch alle Unterkünfte, die Ishan netterweise für uns anrief, ausgebucht.

Nun hat Ishan aber einen Kumpel und der hat eine Tante, nein Mutter, ach … – egal. Ishan telefonierte für uns, wie es mir vorkam, sehr lange, und sehr lange erfolglos. Ich muss zugeben, bei mir regte sich bereits Misstrauen, als Ishan, plötzlich vom Sinhala ins Englische wechselnd, uns fragend ansah und meinte: no Air Condition, no private Bathroom, ok? Wir nickten matt und setzten uns zweifelnd in das TukTuk, das unser neuer Freund am Straßenrand für uns herbeigewunken hatte. Nach kurzer Fahrt lud uns der Tuk-Tuk-Driver unweit der Meereslinie vor einem lokalen Häuschen ab, wo uns zwei freundliche Ladies, Tekla und Taranga, breit lächelnd in Empfang nahmen. Thekla, die Besitzerin des Hauses hatte ihr Schlafzimmer für uns geräumt!

Reisen in Sri Lanka - Ausblick Nähe Uta Walawe Nationalpark

Der Beginn einer wunderbaren Küchenerfahrung

Hunger! Außer einer Handvoll gerösteter Erdnüsse und ein paar Mandarinen hatte es auf der Fahrt von Colombo nach Merissa nichts zu essen gegeben. Unsere Gastgeberin Tekla und Ihre Nachbarin und Freundin Tangala waren sofort bereit, uns gegen ein kleines Aufgeld Lunch zuzubereiten.
Kurze Zeit später servierten die beiden die drei besten Currys, die ich seit langer Zeit zu essen bekommen hatte, an – und zwar an diesem wundervoll gedeckten Tisch:

Nach einer langen Reise in den Süden Sri Lankas wurden wir mit diesem herrlichen Mahl belohnt.