Malediven: Ein Tag im Hafenviertel von Male

Red Snapper, Fischer im Hafen von Male

MALEDIVEN – Ein Tag in der Hauptstadt Male

Schließe, nachdem Du den folgenden Satz gelesen hast, für 10 Sekunden die Augen, und stelle dir folgendes vor:
Du bist gerade auf den Malediven.
………………… Und? Was zeigt das Kopfkino? Blau? Endloses Blau?Himmelblau, Türkisblau, alle Farben Blau, am Himmel wie im Wasser. Klares Meerwasser, darin bunte Fische, der perfekte Sand am perfekten Strand einer kleinen Insel. Und ein Wald von Palmen!
Und nun öffne die Augen:

Urlaubsinsel auf den Malediven. Wasser, Sonne, Strand und Palmen.

Hört man „Malediven“ tun sich vor dem inneren Auge unwillkürlich Bilder aus einem perfekten imaginären Reisekatalog auf. Und kaum das man nach der Landung auf Hulhulé aus dem Flughafen tritt, und das klare Wasser des indischen Ozeans sieht, nur wenige Meter vom Flughafenterminal entfernt, entfährt es einem unwillkürlich: „wie aus dem Katalog“!.

So weit, so klischeehaft das Bild dieses Sehnsuchtsortes. Die Malediven, ein Inselkonglomerat aus 1200 Inseln, die wie Perlen ausgegossen, im indischen Ozean liegen, manche davon so klein, dass es nur 10 Minuten braucht sie zu Fuß zu umrunden.
Das ganze Jahr über herrschen gleichmäßige Temperaturen um die 30 Grad, pünktlich 12 Stunden lang, wir befinden uns am Äquator. 200 Inseln werden von Einheimischen bewohnt, und ungefähr 90 sind dem Tourismus vorbehalten. Mischen tun sich beide Grüppchen nur wenig. Am ehesten in der Hauptstadt Male.

Male ist eine der dicht besiedelsten Städte der Welt!

Male, dass man nach einer kurzen Bootsfahrt von Hululé aus besuchen kann, sofern man nicht gleich per Speedboot, oder, Gipfel des Luxus, per Wasserflugzeug, zur Urlaubsinsel weiterreist.

Auf den ersten Blick ist Male keine schöne Stadt. Auf der nur knapp 2 Quadratkilometer großen Hauptinsel, dem wirtschaftlichen Zentrum des Landes , wohnen fast eine viertel Million Menschen. Das macht Male zu einer der dicht besiedelsten Städte der Welt!
Das Land ist streng muslimisch. In Male gibt es keinen Alkohol. Einführen sollte man besser auch keinen, ist bei Strafe verboten. Am Zoll ermahnen Schilder, das Tragen religiöser Symbole am Körper, zu unterlassen, und überhaupt – Körper! Besser wenig davon zeigen, besonders als Frau. Auf den Urlaubsinseln gelten andere, dem Westen angepasste Regeln. Dort sind Touristen, bis aufs Personal, unter sich.

Auf den zweiten Blick lässt sich in Male einiges Sehenswerte finden. Die berühmte Moschee Hukuru Miskyii etwa, auch „große Freitagsmoschee“ genannt.

Der Fisch- und Obstmarkt in Male

Aber mein erster Weg führt natürlich an den Hafen und ins Marktviertel. Bis in den späten Abend hat der Obst- und Gemüsemarkt geöffnet. Fast alle Lebensmittel, bis auf Fisch, Bananen und Kokosnüssen muß das Land importieren. Vieles aus Australien und Neuseeland, und Delikatessen für den sprichwörtlichen Luxustourismus der maledivischen Inselressorts kommt aus Dubai oder gar Europa, wie mir der Koch eines Hotels später erzählen wird.

Auf dem Obstmarkt türmen sich die Papayas, Bananenstauden und andere tropische Früchte. Besonders schön ist es, die Ankunft der Fischerboote und Trawler zu beobachten. In den angrenzenden Markthallen gibt es riesige Red Snapper und Bonitos zu bestaunen. Es geht lebendig zu, es wird gefeilscht und gehandelt.

Abends kehren wir, einer Empfehlung des „Lonley Planet“ folgend, nahe des Fischmarktes in einem einfachen Restaurant ein, hier „Teashop“ genannt. Das „Dawn Café“ hat rund um die Uhr geöffnet. Es soll gute „small Eats“, also Snacks, geben. Ich bin die einzige Frau, an der Kasse wird Khat verkauft, Blätter des Khan-Strauches, das Kauen der Blätter erzeugt einen leichten amphetaminen Rausch. Die Männer schieben sich die zu Kugeln geformten Blätter in den Mund. Alle scheinen hier Kath zu kauen.

Ich bin aber zum essen hier! Und mir war schon klar, dass es sich bei den Malediven um kein Gourmet-Paradies handelt. Die Teigwaren, Mas Roshi, sind recht lecker, auch die Fischbällchen, genannt Gulha. Aber der gebratene Fisch sieht aus wie ein armes Brandopfer. So schmeckt er auch. Dafür kostet dies kleines Abendessen auch nur ein 2 Euro, umgerechnet. Kulinarisch ist das Dawn Café ein „Naja“, aber egal, es ist schön die abendliche Hafenatmosphäre zu schnuppern.
Das „Dawn Café“ befindet schien der Straße
„Haveeree Hingun“, das ist die erste Parallel-
straße südlich des Fischhafens.

Kulinarisch ist die Küche der Malediven der Südindiens und Sri Lankas ähnlich, allerdings lange nicht so raffiniert und vielfältig. Fisch heißt „Mas“, und Curry „Riha“, also Fischcurry auf maledivische Art:
Ein „Signature Dish“ aus Sri Lanka: Mas Riha:

Rezept: Mas Riha, Fischcurry

Zutaten:
2 – 3 Esslöffel Öl zum Anbraten, bevorzugt Kokosnussöl
3 – 5 Knoblauchzehen, fein gewürfelt
1 fingergroßes Stück Ingwer in kleine Würfel geschnitten
Ein gutes Dutzend frische Curryblätter
1 Zwiebel
1 grüne Chillischote
Kurkuma,
Kreuzkümmel,
ein Stück Zimtstange (oder Zimtpulver),
Salz
500 Gramm weißfleischigen Fisch (oder Thunfisch)
1 großer Becher Kokosnussmilch (am besten aus frischen Kokosnussflocken)

  • Den Fisch in große Würfel schneiden und leicht salzen.
  • Das Öl in einem großen Topf erhitzen, anschließend die Gewürze darin leicht anschwitzen: Ingwer, Zimtstange, Kurkuma, Kreuzkümmel und Chilli leicht anbraten, anschließend die gewürfelte Zwiebel und den gewürfelten Knoblauch dazugeben und mit anbraten, bis auch die Zwiebel weich sind und eine goldene Farbe angenommen haben.
  • Zuletzt die frischen Curryblätter zugeben (getrocknete Blätter früher zugeben).
  • Nun die Kokoßnussmilch zu der angebratenen Gewürzmischung geben, die Mischung für einige Minuten simmern lassen, bis die Soße etwas dunkler und dicker geworden ist.
  • Nun die gewürfelten Fischstücke (ohne rühren) hinzugeben. Vorsicht, das Curry darf nun nicht mehr aufkochen, da sonst der Fisch zerfällt und das Eiweiß ausflockt! Je nach Größe brauchen die Fischstücke 5 – 8 Minuten um gar zu werden.

Gegessen wird das Curry mit Reis.