Chang’e fliegt zum Mond: die Geschichte zum Mondfest

Chang'e, Hou Yi, Mondfest, Asien

Die Legenden von Chan’ge und Hou Yi, oder warum in ganz Asien im Herbst der Mond gefeiert wird.

Chang'e fliegt zum Mond
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Das Mondfest ist eines der größten chinesischen Feste, die Feierlichkeiten gehen über eine ganze Woche. Es werden Mooncakes verschenkt und man trifft sich mit der Familie und Freunden, um gemeinsam beim Tee Mooncakes zu essen und den Vollmond zu betrachten. Viele Legenden ranken sich um das Mondfest. Eine davon ist die tragische Liebesgeschichte von Chang’e und Hou Yi. Sie geht so: Die Mondgöttin Chang’e und ihr Mann, der Kriegsgott und meisterliche Bogenschütze Hou Yi, lebten einst im Himmel. Der Himmelskaiser befahl die beiden auf die Erde, um eine Plage von Unheil anrichtenden Tieren abzuwenden. Nachdem diese Tat vollbracht war, zeigten sich die 10 Söhne des Himmelskaisers als brennende Sonnen am Himmel, die das Land auszutrocknen drohten und die Ernte verdarben. Hou Yi versuchte das Volk zu retten und bat die Sonnen ihre zerstörerischen Streiche zu unterlassen, doch sie hörten nicht auf ihn und brachten noch größeres Unheil über die Menschen.

Daraufhin erklomm Hou Yi den Kunlun Berg, schoss 9 der 10 Sonnen vom Himmel und erlöste damit das Volk aus seiner Not. Die zehnte Sonne verschonte er und befahl ihr, von nun an als Quelle des Lebens allmorgendlich auf- und allabendlich unterzugehen. So wurde Hou Yi zu einem gefeierten Volkshelden. Der Himmelskaiser jedoch bestrafte Hou Yi und seine Frau für den Tod seiner 9 Söhne, indem er dem Paar die Rückkehr in den Himmel verweigerte und sie als Sterbliche auf Erden leben lies.

Während Hou Yi sein Schicksal annahm, sehnte sich Chang’e immer mehr nach ihrem Leben im Himmel und der Unsterblichkeit zurück. Als Hou Yi hörte, dass die Göttin Xiwangmu im Besitz eines Unsterblichkeitstrank sei, machte er sich auf Drängen seiner Gattin auf den beschwerlichen Weg zu Xiwangmu und bat um das Lebenselixier. Er bekam den Trank, mußte jedoch erfahren, dass dieser nur einem einzigen Menschen zur Unsterblichkeit verhelfen könne. Da Hou Yi sich aber nicht von seiner geliebten Frau trennen wollte, versteckte er das Fläschchen mit dem Elixier. Chang’e aber fand es und trank es aus, nicht wissend, dass diese Tat sie für immer von ihrem Geliebten trennen würde. Chan’ge entschwand für immer auf den Mond, wo ihr einziger Begleiter seither ein Jadehase ist.

Traurig blieb Hou Yi allein auf der Welt zurück. Nur während des Mitherbst-Festes, wenn die Distanz zwischen Erde und Neumond kleiner ist, kann Houyi über die Milchstrasse seiner Geliebten nahe kommen. Während der Westen vom „Mann im Mond“ sprechen, sehen die Chinesen eine „Frau im Mond“ – und einen Jadehasen.